{"id":161,"date":"2025-03-04T09:51:10","date_gmt":"2025-03-04T09:51:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.springer-schule.de\/?page_id=161"},"modified":"2025-05-09T08:15:31","modified_gmt":"2025-05-09T08:15:31","slug":"namenspatron","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.springer-schule.de\/?page_id=161","title":{"rendered":"Namenspatron"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Julius Springer<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"744\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.springer-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/springer-tafel-foyer-744x1024.jpg\" alt=\"Plakette im Foyer der Julius-Springer-Schule\" class=\"wp-image-361\" style=\"width:400px\" title=\"Plakette im Foyer der Julius-Springer-Schule\" srcset=\"https:\/\/www.springer-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/springer-tafel-foyer-744x1024.jpg 744w, https:\/\/www.springer-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/springer-tafel-foyer-218x300.jpg 218w, https:\/\/www.springer-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/springer-tafel-foyer-768x1056.jpg 768w, https:\/\/www.springer-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/springer-tafel-foyer-1117x1536.jpg 1117w, https:\/\/www.springer-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/springer-tafel-foyer.jpg 1454w\" sizes=\"auto, (max-width: 744px) 100vw, 744px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Plakette im Foyer der Julius-Springer-Schule<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Buchh\u00e4ndler und Verleger, * 18. Mai 1817 in Berlin, \u2020 17. April 1877 in Berlin.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kindheit und Jugend<\/h3>\n\n\n\n<p>Die urspr\u00fcnglich j\u00fcdische Familie Springer stammte aus Frankfurt\/Oder. Julius Springers Vater Isidor erwarb nach dem B\u00fcrgerrecht in Berlin 1813 zwei Jahre sp\u00e4ter eine Konzession als Kaufmann. Seine Ehefrau Marianne brachte am 10.05.1817 ihr einziges Kind Julius zur Welt und starb kurz darauf an Kindbettfieber. Die Pflege des Kindes \u00fcbernahm anfangs die Gro\u00dfmutter m\u00fctterlicherseits, ehe der Vater den kleinen Julius schon mit drei Jahren in ein Internat, die Cauer&#8217;sche Anstalt, gab. Ab 1829 besuchte er das Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin; in diese Zeit f\u00e4llt auch sein \u00dcbertritt zum protestantischen Christentum. Das Gymnasium verlie\u00df er 1832 mit dem Zeugnis der Untersekunda, was sich in etwa mit der heutigen mittleren Reife vergleichen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auf dem Weg zur eigenen Buchhandlung<\/h3>\n\n\n\n<p>Danach nahm er in der Enslin&#8217;schen Buchhandlung eine Buchhandelslehre auf, die er 1836 abschloss. Darauf ging er (zu Fu\u00df !) unter anderem \u00fcber Heidelberg nach Z\u00fcrich, um dort Arbeitserfahrung zu sammeln. Der Kanton Z\u00fcrich hatte seit kurzem eine demokratische Verfassung und stand somit in deutlichem Kontrast zum Obrigkeitsstaat Preu\u00dfen. Hier hatte Springer reichlich \u201eGelegenheit, sein Gef\u00fchl f\u00fcr Freiheit, Recht und \u00d6ffentlichkeit auszubilden\u201c, wie seine sp\u00e4tere Frau Marie in ihren Lebenserinnerungen schreibt. Springer wurde vom Geist in Z\u00fcrich tief gepr\u00e4gt und lernte dort die Exilanten Herwegh und B\u00fcchner kennen. Schon jetzt trug er sich mit dem Gedanken, selbst eine Buchhandlung zu er\u00f6ffnen. Nach zwei Jahren in Z\u00fcrich wechselte er nach Stuttgart, um mit einem gr\u00f6\u00dferen Buchsortiment zu arbeiten, ehe er nach einem kurzen Arbeitsaufenthalt in Paris \u00fcber Belgien in seine Heimatstadt zur\u00fcckkehrte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"715\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.springer-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/springer-lithographie-715x1024.jpg\" alt=\"Lithographie von Julius-Springer\" class=\"wp-image-363\" style=\"width:300px\" title=\"Lithographie von Julius Springer\" srcset=\"https:\/\/www.springer-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/springer-lithographie-715x1024.jpg 715w, https:\/\/www.springer-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/springer-lithographie-209x300.jpg 209w, https:\/\/www.springer-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/springer-lithographie-768x1100.jpg 768w, https:\/\/www.springer-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/springer-lithographie.jpg 1047w\" sizes=\"auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Lithographie von Julius Springer<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die fr\u00fchen Jahre als Unternehmer<\/h3>\n\n\n\n<p>In Berlin erwarb er 1842 die Konzession f\u00fcr eine Sortimentsbuchhandlung. Die Zeit schien einem solchen Gesch\u00e4ft g\u00fcnstig, wuchs Berlins Bev\u00f6lkerung doch ungebremst weiter und versprach Verlegern und Buchh\u00e4ndlern umfangreiche und weiterhin wachsende Kundenkreise.<\/p>\n\n\n\n<p>Springer f\u00fchrte nicht nur die Buchhandlung, sondern wirkte auch als Kommission\u00e4r und belieferte nach kurzem mehr als 30 Buchh\u00e4ndler in Mecklenburg, Pommern, West- und Ostpreu\u00dfen, Posen und Schlesien. Daneben firmierte er wie andere Buchh\u00e4ndler auch als Verleger. Wie damals \u00fcblich, war sein Verlagsprogramm zun\u00e4chst sehr breit angelegt. Als politisch Liberaler publizierte er neben Universit\u00e4tsschriften u. a. Flugbl\u00e4tter und Streitschriften, Einblattdrucke und Karikaturen (\u201eDer deutsche Michel\u201c, 1842) sowie Jugendschriften. 1843 wurde der Emmentaler Pfarrer Albert Bitzius Verlagsautor, der unter dem Pseudonym \u201eJeremias Gotthelf\u201c seine fr\u00fchen erfolgreichen Werke bei Springer publizierte. Springers fr\u00fchen Zeitschriften \u201eDer Staat, Monatsschrift f\u00fcr \u00f6ffentliches Leben\u201c (1843\/44) sowie \u201eBerliner Bl\u00e4tter\u201c (1844) wurden aufgrund von Zensurma\u00dfnahmen allerdings so schnell wieder eingestellt, dass sie in der entsprechenden Sekund\u00e4rliteratur keine Spuren hinterlassen haben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der kritische B\u00fcrger<\/h3>\n\n\n\n<p>Springer bot in seinem Verlag kritischen Geistern eine Plattform, so dass auch er selbst zur Verantwortung gezogen werden sollte, als die Zensurbeh\u00f6rde juristisch dagegen vorging. Das erste Verfahren gegen ihn wegen \u201ePre\u00dfvergehens\u201c endete in einem Freispruch, der n\u00e4chste Prozess allerdings m\u00fcndete im Fr\u00fchjahr 1848 in ein Urteil, das dreimonatige Festungshaft bedeuten sollte. Hierbei jedoch retteten die Umw\u00e4lzungen der Zeit den jungen Verleger vor Antritt der Haft: Die Barrikadenk\u00e4mpfe im M\u00e4rz 1848 endeten mit einem Sieg der Aufst\u00e4ndischen \u00fcber den preu\u00dfischen K\u00f6nig, woraufhin politische Strafen amnestiert wurden. Springer blieb nicht nur ein freier Mann, er wurde von seinen Mitb\u00fcrgern sogar zum Stadtverordneten gew\u00e4hlt. Allerdings musste er sich wie sie den st\u00e4rkeren M\u00e4chten f\u00fcgen, als im Sp\u00e4tjahr die Truppen unter General Wrangel die Revolution in Berlin beendeten. Ein kritischer Geist ist Springer jedoch geblieben: Drei Jahre nach der Revolution wurde er wegen Verst\u00f6\u00dfen gegen die Zensurgesetze in Untersuchungshaft genommen, das Verfahren wurde jedoch eingestellt. Aufgrund sch\u00e4rferer Zensurbestimmungen lie\u00df der Verleger danach gr\u00f6\u00dfere Vorsicht walten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Spezialisierung des Verlags<\/h3>\n\n\n\n<p>Zu Beginn seines Bestehens war der Verlag thematisch breit aufgestellt. Springer ver\u00f6ffentlichte Jugendb\u00fccher und weiterhin Schriften zur Politik. Das sch\u00f6ngeistige Programm blieb jedoch eine Anfangsepisode, als bekannter belletristischer Autor ist neben dem genannten Bitzius\/Gotthelf nur Fontane zu vermerken, der bei Springer seine schottischen Reiseerinnerungen \u201eJenseit des Tweed\u201c ver\u00f6ffentlichte. Der allgemeinen Tendenz auf dem Buchmarkt folgend, setzte Springer ab 1850 in einer Programmspezialisierung auf land- und forstwirtschaftliche, \u00f6konomische, juristische, historische und technische Fachb\u00fccher: So erschien 1851 die bahnbrechende \u201eKurze Darstellung der an den preussischen Telegraphen-Linien mit unterirdischen Leitungen bis jetzt gemachten Erfahrungen\u201c des jungen Ingenieurs Werner Siemens (1816\u201392). Ein Schwerpunkt von Springers Ver\u00f6ffentlichungen lag auf dem Gebiet der Pharmazie. Zum Jahreswechsel 1857\/58 ver\u00e4u\u00dferte Springer seine Buchhandlung, wodurch er \u201enur\u201c noch Verleger war. Die Tendenz zum Wissenschaftsverlag verst\u00e4rkte sich weiter, als Springer 1866 seine Jugendschriftensparte an einen Mitbewerber verkaufte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"754\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.springer-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/julius-springer-754x1024.jpg\" alt=\"Aufnahme aus seinen letzten Lebensjahren\" class=\"wp-image-364\" style=\"width:300px\" title=\"Julius Springer, Aufnahme aus seinen letzten Lebensjahren\" srcset=\"https:\/\/www.springer-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/julius-springer-754x1024.jpg 754w, https:\/\/www.springer-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/julius-springer-221x300.jpg 221w, https:\/\/www.springer-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/julius-springer-768x1043.jpg 768w, https:\/\/www.springer-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/julius-springer.jpg 1105w\" sizes=\"auto, (max-width: 754px) 100vw, 754px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Julius Springer, Aufnahme aus seinen letzten Lebensjahren<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Funktion\u00e4r und Familienvater<\/h3>\n\n\n\n<p>Julius Springer engagierte sich vielf\u00e4ltig: In den Fachbl\u00e4ttern des deutschen Buchhandels trat er mit vielen Ver\u00f6ffentlichungen hervor, 1867-73 war er sogar Vorsteher des B\u00f6rsenvereins des Deutschen Buchhandels. In dieser Funktion gelang es ihm, vielf\u00e4ltig Einfluss zugunsten der Verlage zu nehmen. Der gr\u00f6\u00dfte Erfolg war hier wohl ein neues Urhebergesetz, das die Verlage in verschiedener Hinsicht besserstellte und vorherige Rechtsunsicherheiten beseitigte. Die Grundlagen hierzu wurden 1871 w\u00e4hrend der Tagung einer Expertenkommission in Heidelberg gelegt. Auch dem Engagement f\u00fcr seine Heimatstadt blieb er treu, wiederholt wurde er in die Stadtverordnetenversammlung gew\u00e4hlt. Dar\u00fcber hinaus wirkte er im Kirchenrat der Sophiengemeinde in Berlin.<br>1845 hatte er Marie Oppert (Oppenheim) (1826\u20131907) geheiratet. Mit ihr hatte er zehn Kinder, von denen sieben im Kindesalter starben. Der \u00e4lteste Sohn, Ferdinand d. \u00c4., wurde 1872 als Mitinhaber in den Verlag aufgenommen. Neben ihm hatten Julius und Marie Springer zwei weitere S\u00f6hne, die die Eltern \u00fcberleben sollten.<br>Anfang 1877 trat dann ein schweres Magenleiden bei Springer auf, das sich im Lauf des Jahres verschlimmerte, zumal er wenig Neigung zeigte, die Gesch\u00e4fte ruhen zu lassen. Am 17. April starb dann Julius Springer nach mehrt\u00e4gigem Leiden im Alter von sechzig Jahren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Verlag nach Julius Springer<\/h3>\n\n\n\n<p>Ferdinand holte 1880 seinen j\u00fcngeren Bruder Fritz und somit naturwissenschaftlich-technischen Sachverstand in die Firma. Ferdinand hatte eine Buchhandelslehre absolviert und Fritz hatte am Polytechnikum in Karlsruhe Maschinenbau studiert. Die Ausbildungswege der beiden Br\u00fcder erg\u00e4nzten sich vortrefflich und gaben dem Verlagsprogramm die bis heute g\u00fcltige naturwissenschaftlich-technische Ausrichtung, besonders mit Medizin, Biologie, Mathematik, Physik, Chemie und Technik. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Zeitschriften erschienen bei Springer auch etliche Verbandszeitschriften.<br>150 Jahre blieb der Verlag trotz zeitweiliger Arisierung im Dritten Reich in Familienbesitz. Heute ist Springer Nature AG &amp; Co. KGaA eine der f\u00fchrenden Verlagsgruppen in den Bereichen Wissenschaft, Technik und Medizin in der Welt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Julius-Springer-Schule<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Handelslehranstalt II Heidelberg wurde 1987 in Julius-Springer-Schule umbenannt. Sie ist die einzige Schule, die seinen Namen tr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>In Baden-W\u00fcrttemberg gibt es neben Berufsschulen in Freiburg und Stuttgart nur die Julius-Springer-Schule, an der Buchh\u00e4ndlerInnen ausgebildet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: Heinz Sarkowski:&nbsp;<em>Der Springer-Verlag. Stationen seiner Geschichte. Teil I: 1842\u20131945<\/em>. Berlin 1992<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Julius Springer Buchh\u00e4ndler und Verleger, * 18. Mai 1817 in Berlin, \u2020 17. April 1877 in Berlin. Kindheit und Jugend Die urspr\u00fcnglich j\u00fcdische Familie Springer stammte aus Frankfurt\/Oder. Julius Springers Vater Isidor erwarb nach dem B\u00fcrgerrecht in Berlin 1813 zwei Jahre sp\u00e4ter eine Konzession als Kaufmann. 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